Demo gegen Hamburger Unzumutbarkeiten

Foto von http://b-g-h-u.blogspot.com/

Da ich es genau so erlebt habe, hier der Demo-Bericht von Posiputt auf www.classless.org:

Auf dem Weg zur Demo gesehen: Plakate mit gleicher Optik wie das des Bündnisses gegen Hamburger Unzumutbarkeiten, nur mit anderem Text, in etwa: “Für Zionismus und Islamophobie! Auch von links!”

Nach einigem Herumstehen vor der Roten Flora — ein Kabel für den Lauti fehlte — ging es kurz nach 14 Uhr los mit zwei Redebeiträgen, der erste inhaltlich deckungsgleich mit dem Aufruf der zweite ähnlich und von Band. Leider habe ich nicht mitbekommen, von wem der nun war. Danach brach die Demo, mittlerweile 300-500 Leute mit vielen Israel- und ein paar FAU-Fahnen (und einer der USA), auf in Richtung Brigittenstraße.

Beschallt mit weiteren Redebeiträgen u.a. von einem Vertreter der jüdischen Gemeinde Pinneberg (”Wir als Juden finden das unerträglich!”), ansonsten weitgehend ereignislos und ohne besondere Aufmerksamkeit oder Reaktion seitens der Anwohner und Passanten wurde die Route von etwa einem Kilometer abgelaufen bis zum Paulinenplatz. Zwischendurch schimpfte eine ältere Frau mit Palituch vom Bürgersteig aus den Lauti an.

Der Zugang zur Brigittenstraße wurde an beiden Enden blockiert von Polizeiketten. Mit Grund: eine Gegendemo, die lautstark (”Hoch die internationale Solidarität!”, ansonsten irgendwelche Musik) versuchte, unseren Lauti zu übertönen. Wegen der Entfernung und riesengroßen gepanzerten Menschen konnte ich leider nicht erkennen, welches Ausmaß die Gegendemo hatte, aber vom Lärmpegel her waren es sicher einige Zehn “Antizionisten”. Über dem Eingang zum B-Movie waren auch schon Transpis angebracht, von denen vom Paulinenplatz aus kein einziges vollständig zu lesen war; eins davon jedoch als ein Zitat von Emanuel Goldfarb aus “Ein ganz gewöhnlicher Jude” zu erkennen: “Der Antisemit würgt, der Philosemit umarmt. Bei beiden bleibt mir die Luft weg.”

Beim folgenden Rumstehen auf dem Paulinenplatz wurde per Lauti mehrfach gebeten, sich nicht von der Gegendemo provozieren zu lassen. So richtig angespannt wirkte die Stimmung aber sowieso nicht. Außerdem wurde angekündigt, dass irgendwann ein Haufen Fans des FC St. Pauli auftauchen würden, die man dann bitte zum Fanladen durchlassen solle. Diejenigen, die die Vorführung von “Warum Israel” im B-Movie besuchen wollten, sollten dann unter Polizeischutz zum Kino gebracht werden, wann genau das aber sein sollte, wurde nicht klar. Nachdem die Pauli-Fans in vielen kleinen Grüppchen angekommen waren und etwas verwirrt in der Brigittenstraße rumstanden, tat sich nichts weiter, als daß ein paar Mal von wenigen Leuten “Gegen jeden Antisemitismus, gegen Deutschland, für den Kommunismus” gerufen und in weiteren Redebeiträgen der Antizionismus geschmäht wurde.

Wegen furchtbar kalter Füße und der nervig-unklaren Situation verließ ich die Demo kurz nach 16 Uhr. Zu dem Zeitpunkt war die Gegendemo leise und unauffällig, auch unsere Demo war bereits deutlich geschrumpft und die Kinobesucher waren noch nicht zum Kino gebracht worden.

Außerdem der Bericht von der Tageszeitung


1 Antwort auf „Demo gegen Hamburger Unzumutbarkeiten“


  1. 1 lipstick.Israel 14. Dezember 2009 um 16:01 Uhr

    israel-, usa- und fau-fahnen auf einer demo. mensch, mensch….

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